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Jedes Jahr werden zur Frankfurter Buchmesse tonnenweise Papier bedruckt. Wir wollen linken AutorInnen und Verlagen ein Forum für kritische Gedanken bieten  
 

Dienstag, 12.6.2012, 20:00, ExZess

„Schreiben für das Baskenland”

Lesung und Diskussion mit dem Autoren Ingo Niebel

In den Jahren 1998 bis 2003 versuchte der  spanische Staat baskische Medienund Journalistinnen zu kriminalisieren. Vier baskische Medien, die Tageszeitungen Egin und Egunkaria, den Radiosender Egin Irratia und das politische Magazin Ardi Beltza wurden in Rahmen dieser Bestrebungen verboten und über zwei Dutzend baskische Journalistinnen und Journalisten verhaftet. 2005 begannen dann zahlreiche Verfahren gegen Journalisten und Verlagsmitarbeiter, in denen diese teilweise zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Federführend in diesem Verfahren war das Audiencia Nacional, ein Sondergericht für Terror-, Drogen- und Wirtschaftsdelikte in Madrid, das seinen Ursprung in der Franco-Diktatur hat.

Der Journalist Ingo Niebel zeigt in seinem Buch anhand dieser Ereignisse die Entwicklung der baskischen Medienlandschaft seit dem Ende des Franco-Faschismus im Jahre 1978 auf. Die Schwerpunkte seiner Darstellung liegen auf den Auseinandersetzungen um eine ungehinderte Entwicklung der baskischen Sprache und Kultur sowie den Versuch der nationalspanischen Medien mit ihrer Berichterstattung über den spanisch-baskischen Konflikt eine »Homogenisierung« der Wahrnehmung des Konfliktes durchzusetzen. Niebel wird zudem die Ermordung von baskischen Journalisten aber auch Anschläge der baskischen Untergrundorganisation ETA gegen Medienschaffende darstellen.

Die Auseinandersetzung zeigt die Parteilichkeit der deutschen bürgerlichen Öffentlichkeit in diesem Konflikt auf. Während das Internationale PEN-Zentrum in London die beiden Egin- Journalisten Xabier Salutregi und Teresa Toda, Garzóns Opfer, als »Writers in Prison« führt, wurde durch den deutschen PEN-Club 2009  der an Ihrer Kriminalisierung und Verurteilung beteiligte Staatsanwalt Baltasar Garzón mit dem Hermann-Kesten-Preis für Menschenrechte geehrt.

Neben einer Darstellung des Buches wird Ingo Niebel die Möglichkeiten auf eine demokratische und gerechte Lösung des spanisch-baskischen Konfliktes, nach Einstellung der bewaffneten Aktionen durch die ETA im Oktober 2011, analysieren. Vertreter der baskischen Zivilgesellschaft wie der Vorsitzenden des Baskischen PEN-Clubs Laura Mintegi sehen in der Achtung der Bürger- und Menschenrechte durch den spanischen Staat eine wesentliche Voraussetzung für eine friedliche Lösung des Konfliktes.